Wie lassen sich Kundenbeziehungen erfolgreich gestalten und wie entsteht daraus Profit? Auch dieses Jahr sorgten die Hauptsponsoren arvato infoscore und Global Group für ein zweitägiges Programm mit Gästen aus Wirtschaft und Wissenschaft, Marketing und Marktforschung, die vielfältige Antworten auf diese Fragen gaben. Knapp 40 Referenten und 300 Besucher diskutierten in Vorträgen und Workshops über die -
Ozzy Osborne und Prince Charles?
Was aber müssen Produkte und Marketing in Zukunft leisten, um diese neue Mehrheit zu erreichen? Eine wichtige Erkenntnis der Strategietage: "Die Alten" gibt es nicht, genauso wenig wie "die Frauen" oder "die Jungen". Untaugliche Vereinfachungen können nach Worten des St. Gallener Wissenschaftlers Marcus Schögel leicht in die Irre führen: "Wer seine Zielgruppe lediglich nach dem Alter segmentiert, schmeißt leicht ganz unterschiedliche Charaktere wie Prince Charles und Ozzy Osborne in denselben Topf." Hier kommt es also darauf an, die richtigen Kriterien zu wählen. So plädierte etwa der Wiesbadener Hotelier Roland Freiherr Zadra dafür, die konkrete Lebenssituation einer Zielgruppe heranzuziehen: "35-
Für Angelika J. Engel, bei Ford für Ergonomie zuständig, geht es daher längst nicht nur um die Alten: "Kundengerechte oder barrierearme Produkte nutzen allen." Dabei liegt die Tücke insbesondere für die Älteren häufig im Detail. Denn obwohl sich viele 60-
Auf den Menschen kommt es an
Wer die "Neuen Alten" als Kunden gewinnen möchte, muss sich allerdings weitaus mehr als bislang bemühen. Denn viele ältere Verbraucher verfügen nach den Erfahrungen von Markenforscher Bernd M. Michael über ein großes Selbstbewusstsein als Käufer. "Sie möchten sich selbst verwöhnen und Lebensqualität schaffen." Michaels Credo: "Wir werden nicht älter, wir bleiben länger jung." Erfolgreiches Marketing heißt daher, gezielt auch ältere Menschen zu begeistern. Der Wissenschaftler und Marktforscher Thomas Dobbelstein gab den Unternehmern einen einfachen Rat, wie sie die Generation 50plus binden können: "Bieten Sie das Unerwartete!" In die gleiche Kerbe schlug Michael Drautz vom Festspielhaus Baden-
Oftmals scheitert die vertrauensvolle Kommunikation mit den Senioren bereits am Personal. Insbesondere die Banken stehen nach den Erfahrungen von Wolfram Erling von Union Investment hier vor großen Herausforderungen: "Die großzügigen Vorruhestandsregelungen haben dazu geführt, dass nur noch wenige ältere Berater an Bord sind." Junge Mitarbeiter finden jedoch meist nur begrenzt Zugang zu älteren Bankkunden, wie Zielgruppenmanager Dirk Wellenberg von der Dresdner Bank konstatierte. "Da fällt es häufig schwer, langfristige Bindungen zu schaffen." Auch andere Branchen sehen auf diesem Gebiet Nachholbedarf. Dr. Jürgen Pfister von der Metro Group stellt daher aktiv Mitarbeiter über 50 ein, weil "sich die Strukturen von Mitarbeitern und Kunden entsprechen sollten." Und weiter: "In reifen Märkten differenzieren wir uns im Wesentlichen über die Menschen."
Geschickt Mehrwert anbieten
Die Strategietage vermittelten darüber hinaus zahlreiche Beispiele, wie sich erfolgreiche Unternehmen gezielt auf ihre Kunden einstellen. So bietet der Motorradhersteller Harley-
Fazit
"In Zukunft ist die Mitte des Marktes älter." Diese Erkenntnis von Marcus Schögel aus St. Gallen kann als inoffizielles Fazit der 6. Europäischen Strategietage gelten. Unternehmen müssen sich daher auf eine betagtere Kundschaft einstellen. Wer diesen Wandel nicht aktiv mitgestaltet, verliert schnell den Anschluss. Dabei sahen die meisten Referenten Potenziale insbesondere in den Bereichen Gesundheit, Ernährung und Reisen. Die Baden-
